Schlaganfall: Symptome, Erste Hilfe und Behandlung
Ein Schlaganfall ist eine Schädigung des Gehirngewebes, die durch eine plötzliche Unterbrechung der Hirndurchblutung oder das Platzen einer Hirnarterie verursacht wird. Millionen von Neuronen gehen jede Minute verloren; eine frühe Diagnose und Behandlung sind lebensrettend. Dieser Leitfaden umfasst die Arten von Schlaganfällen, den FAST-Test, Notfallbehandlung, Risikofaktoren, Prävention und Rehabilitation.
- Schlaganfall durch Thrombose: Verschluss einer Hirnarterie durch einen Thrombus, der sich lokal auf einer Atherosklerose-Plaque bildet. Betroffen sind meist große Gefäße (Karotis oder mittlere Hirnarterie), und der Schlaganfall tritt häufig nachts oder in den frühen Morgenstunden auf.
- Schlaganfall durch Embolie: Verschluss einer Hirnarterie durch ein Gerinnsel (Embolus), das anderswo entsteht – meist im Herzen oder in großen Gefäßen. Vorhofflimmern (AF) ist die häufigste Ursache für einen kardiogenen Schlaganfall. Der Beginn ist plötzlich und die Symptome treten sofort in ihrer stärksten Form auf.
- Lacunärer Schlaganfall: Verschluss kleiner Durchbrucharterien (40–400 Mikrometer im Durchmesser) tief im Gehirn aufgrund von Lipohyalinose oder Mikroatherom. Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor. Lacunäre Schlaganfälle verursachen kleine, tiefe Infarkte und manifestieren sich in spezifischen lacunären Syndromen wie reiner motorischer Hemiparese oder reinem sensorischem Verlust.
- Intrazerebrale Blutung (ICH): Blutung im Gehirnparenchym. Chronischer Bluthochdruck ist die häufigste Ursache. Hypertense Blutungen treten am häufigsten in den Basalganglien, dem Thalamus, dem Pons und dem Kleinhirn auf. Die Blutung schädigt das Hirngewebe sowohl direkt als auch durch Druck auf umliegende Strukturen.
- Subarachnoidalblutung (SAB): Blutung in den subarachnoidalen Raum zwischen den Meningen. Die häufigste Ursache ist der Riss eines zerebralen Aneurysmas. Sie beginnt typischerweise mit einem plötzlichen, explosiven Kopfschmerz ("Donnerkopfschmerz"), der als "der schlimmste Kopfschmerz meines Lebens" beschrieben wird. Meningismus (Nackensteifigkeit), Übelkeit und Erbrechen sowie Bewusstseinsveränderungen können auftreten. Die Sterblichkeitsrate ist hoch, und eine dringende neurochirurgische Abklärung ist erforderlich.
- G – Gesicht: Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt eine Seite des Gesichts herab? Zieht sich der Mund zu einer Seite? Ein asymmetrisches Lächeln ist ein wichtiges Anzeichen für einen Schlaganfall.
- A – Arme: Bitten Sie die Person, beide Arme zu heben. Driftet ein Arm nach unten oder lässt sich nicht anheben? Einseitige Armtäuschung oder Taubheitsgefühl deutet auf einen Schlaganfall hin.
- S – Sprache: Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz zu sagen. Ist die Sprache verwaschen, werden Wörter vertauscht oder kann die Person nicht sprechen? Dysarthrie (verwaschene Sprache) oder Aphasie (Sprachverlust) sind Anzeichen für einen Schlaganfall.
- T – Zeit: Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, rufen Sie sofort die 112 an. Jede Minute zählt!
- Plötzliche Schwäche oder Taubheitsgefühl: im Gesicht, Arm oder Bein – meistens auf einer Körperseite (Hemiparese/Hemiplegie)
- Plötzlicher Sehverlust: Verlust des Sehens in einem oder beiden Augen, Doppelbilder (Diplopie) oder Gesichtsfelddefekt
- Plötzlicher starker Kopfschmerz: ein unerklärter, bisher nicht erlebter Kopfschmerz — besonders hinweisend auf einen hämorrhagischen Schlaganfall oder eine subarachnoidale Blutung (SAH).
- Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen: plötzliche Gangschwierigkeiten, Schwindel, Unsicherheit beim Stehen oder Gehen.
- Verändertes Bewusstsein: Verwirrung, Benommenheit, Koma
- Schluckbeschwerden (Dysphagie)
- Ischämischer Kern: Die zentrale Region, in der der Blutfluss vollständig zum Erliegen gekommen ist und Gehirnzellen innerhalb weniger Minuten unwiderruflich absterben.
- Penumbra: Die umliegende Region, in der die Blutzufuhr reduziert ist, das Gehirngewebe aber noch lebensfähig. Dieses Gebiet kann gerettet werden – das Ziel der Behandlung besteht darin, die Penumbra zu erhalten.
- Computertomographie (CT) des Gehirns: Die erste bildgebende Untersuchung, die bei jedem Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall durchgeführt wird. Ihr Hauptzweck ist es, einen hämorrhagischen Schlaganfall (Blutung) auszuschließen, da die Behandlung von ischämischem und hämorrhagischem Schlaganfall völlig unterschiedlich ist. Die CT kann Blutungen innerhalb weniger Minuten anzeigen; sie hat jedoch eine geringe Sensitivität für frühe ischämische Veränderungen.
- Gehirn-MRT (Magnetresonanztomographie): Diffusionsgewichtete MRT (DWI) kann Schlaganfälle mit ischämischer Ätiologie früher und empfindlicher erkennen als CT, steht jedoch in Notfällen nicht immer sofort zur Verfügung.
- CT-Angiographie (CTA): Visualisiert die zerebralen und zervikalen Arterien. Sie lokalisiert das verschlossene Gefäß und ist für Entscheidungen über Thrombektomien von entscheidender Bedeutung, da sie eine große Gefäßokklusion schnell identifiziert.
- Perfusions-CT: Differenziert den ischämischen Kern vom Penumbra und wird zur Patientenauswahl bei der Thrombektomie verwendet.
- Intrakranielle Blutung: Aggressives Blutdruckmanagement (systolischer Zielwert <140 mmHg), dringende Umkehrung von gerinnungshemmenden Medikamenten und Kontrolle des intrakraniellen Drucks. Eine neurochirurgische Intervention (Hematomevakuierung, ventrikuläre Drainage) kann bei großen Hematomen oder sich entwickelndem Hydrozephalus erforderlich sein.
- Subarachnoideale Blutung: Bei einer durch ein Aneurysma verursachten Blutung sind eine dringende Sicherung des Aneurysmas (endovaskuläre Coilung oder chirurgische Klippen), die Prophylaxe von Vasospasmen (Nimodipin), die Behandlung eines Hydrocephalus und eine intensivmedizinische Überwachung erforderlich.
- Rufen Sie sofort die 112 an: Vermuten Sie einen „Schlaganfall“. Notieren Sie sich die Uhrzeit des Symptombeginns – diese Information ist für die Behandlung entscheidend.
- Den Patienten in eine sichere Position bringen: Den Kopf leicht erhöhen und den Patienten auf die Seite legen (insbesondere wenn das Bewusstsein beeinträchtigt ist), um das Aspirationsrisiko zu verringern.
- Nicht essen oder trinken geben: Das Schlucken kann beeinträchtigt sein und ein Aspirationsrisiko darstellen.
- Bleiben Sie ruhig und beruhigen Sie den Patienten.
- Beachten Sie die eingenommenen Medikamente: Dies ist besonders wichtig bei Blutverdünnern und beeinflusst die Behandlung.
- Geben Sie kein Aspirin: Im Gegensatz zu einem Herzinfarkt sollte bei einem Schlaganfall kein Aspirin verabreicht werden, bis ein hämorrhagischer Schlaganfall ausgeschlossen wurde.
- Bluthochdruck: der wichtigste Risikofaktor für Schlaganfall. Er erhöht das Risiko sowohl für ischämische als auch für hämorrhagische Schlaganfälle. Eine Senkung des Blutdrucks um 20/10 mmHg reduziert das Schlaganfallrisiko etwa halbiert.
- Vorhofflimmern (VF): Ein unregelmäßiger Herzschlag kann zur Bildung von Blutgerinnseln im linken Vorhof führen; das Gerinnsel kann ins Gehirn wandern und einen Embolie-Schlaganfall verursachen. VF erhöht das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls fünffach. Eine Antikoagulanzientherapie kann das Schlaganfallrisiko um 60–70 % reduzieren.
- Diabetes mellitus: Erhöht das Schlaganfallrisiko um das 2- bis 4-fache. Er beschleunigt die Arteriosklerose und trägt zu Gefäßerkrankungen bei kleinen Gefäßen bei.
- Rauchen: verdoppelt das Schlaganfallrisiko durch Endothelschäden, Arteriosklerose, erhöhte Blutviskosität und Gefäßverengung. Das Aufhören mit dem Rauchen senkt das Risiko innerhalb von 2–5 Jahren auf das Niveau von Nichtrauchern.
- Dyslipidämie: Hoher LDL-Cholesterinspiegel erhöht das Risiko eines atherosklerotischen Schlaganfalls. Eine Statintherapie senkt dieses Risiko um 25–30 %.
- Fettleibigkeit und körperliche Inaktivität: Unabhängige Risikofaktoren, die über Bluthochdruck, Diabetes und Dyslipidämie beitragen.
- Übermäßiger Alkoholkonsum: Starker Alkoholkonsum erhöht das Risiko sowohl für ischämische als auch für hämorrhagische Schlaganfälle.
- Schlafapnoe: Unbehandelte obstruktive Schlafapnoe erhöht das Schlaganfallrisiko.
- Alter: Das Schlaganfallrisiko verdoppelt sich mit jedem Jahrzehnt nach dem 55. Lebensjahr.
- Geschlecht: Bei Männern insgesamt häufiger, aber die Sterblichkeit ist bei Frauen höher.
- Familiengeschichte: Eine Vorgeschichte von Schlaganfällen bei erstgradigen Verwandten erhöht das Risiko.
- Ethnie: Das Schlaganfallrisiko ist bei Menschen afrikanischer Abstammung höher.
- Vorheriger Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke (TIA): Das Risiko eines erneuten Schlaganfalls ist deutlich erhöht.
- Blutdruckkontrolle: Der Zielwert liegt in der Regel bei unter 130/80 mmHg. Die Einhaltung der Antihypertonikatherapie ist von entscheidender Bedeutung.
- Antikoagulation bei Vorhofflimmern: Das Risiko wird mit dem CHA2DS2-VASc-Score beurteilt. Bei Patienten mit hohem Risiko wird eine Antikoagulationstherapie mit Warfarin oder einem direkten oralen Antikoagulans (DOAC: Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban) initiiert.
- Statintherapie: Erreichen der LDL-Zielwerte bei Patienten mit hohem atherosklerotischem kardiovaskulärem Risiko
- Blutzuckerkontrolle: Erreichen der HbA1c-Zielwerte
- Gesunder Lebensstil: Raucherentwöhnung, regelmäßige körperliche Aktivität, eine mediterrane Ernährungsweise, gesundes Körpergewicht und moderater Alkoholkonsum.
- Physiotherapie: Wiederherstellung der Motorik, Gangschulung, Gleichgewichts- und Koordinationsübungen sowie Spastikmanagement
- Ergotherapie: Wiedererlangung der Aktivitäten des täglichen Lebens (Essen, Anziehen, persönliche Hygiene) und Verbesserung der Funktion der oberen Extremitäten
- Logopädie: Behandlung von Aphasie (Sprachverlust), Dysarthrie (unklare Artikulation) und Dysphagie (Schluckstörungen)
- Psychologische Unterstützung: Poststroke-Depressionen treten bei 30–50 % der Patienten auf und verschlechtern den Genesungsprozess. Antidepressivatherapie und Psychotherapie sind wichtig.
- Neuropsychologische Bewertung: Beurteilung und Rehabilitation kognitiver Funktionen (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, exekutive Funktionen)
- Sozialarbeit: Reintegration des Patienten in die Gesellschaft, Familienbildung und Unterstützungsmittel.
- Adams und Victors Prinzipien der Neurologie, 12. Auflage — Kapitel: Zerebrovaskuläre Erkrankungen
- Harrison's Prinzipien der Inneren Medizin, 22. Auflage — Kapitel: Zerebrovaskuläre Erkrankungen
- Bradley und Daroffs Neurologie in der klinischen Praxis, 8. Auflage
- Richtlinien der AHA/ASA für die frühe Behandlung von Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall, 2019
- Richtlinien der AHA/ASA zur Behandlung von spontanen intrazerebralen Blutungen, 2022
Dr. Emre Gecer
Yazar
İlgilendiğim bazı şeyler var. Sinema kuramı, senaryo mekaniği, sanat akımları, jazz müzik, finans teorisi, python, yapay zeka, makine öğrenmesi ve tıpın ilgimi çeken konuları gibi. Bunlar hakkında not düşebileceğim, düşüncelerimi paylaşabileceğim bir alan yaratmak istedim. Birazda hayatın içinden anlar, hikayeler eklerim diye düşünüyorum. Buranın zamanla gelişeceğine inanıyorum, belki de uzun vadede bambaşka bir şeye dönüşür. Neden olmasın?
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